STADTPOLITIK HEIDELBERG
Kommunalpolitisches Netzwerk
Informationen von und für Bürgerinitiativen, Verbände(n), Vereine(n), und Parteien


Berichte / Stellungnahmen 2012


Neugestaltung der Verkehrsfläche am Neuenheimer Marktplatz gefordert

Offener Brief an den Oberbürgermeister und den Aufsichtsratsvorsitzenden der Stadtwerke Heidelberg

Sehr geehrter Herr Dr. Würzner!

Das neue Bürgerzentrum nimmt Gestalt an und der umgebende Marktplatz rückt nun wieder stärker in den Fokus. Deshalb möchten wir Sie als Oberbürgermeister und als Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Stadtwerke Heidelberg darauf aufmerksam machen, dass hier am Neuenheimer Marktplatz gerade eine große Chance vergeben werden könnte, die sich nicht so bald wieder bieten wird.

Seit Herbst 2011 befassten sich der Arbeitskreis Neuenheim sowie der Neuenheimer Bezirksbeirat mit den Fragen der Verkehrsberuhigung und Aufenthaltsqualität. Mit großer Mehrheit sprachen sich beide Gremien für einen niveauausgleichenden Umbau der gesamten Straßenoberfläche im Gebiet des Marktplatzes aus. Grundlage dieser Idee ist das „Shared Space“-Konzept, das bereits in mehreren Ländern der EU erfolgreich umgesetzt wird.

Allerdings schien in Anbetracht der Haushaltslage eine sofortige Umsetzung unrealistisch. Es entstand die Idee, die geplante Verlängerung der Fernwärmeleitung vom neuen Bürgerzentrum in Richtung Uferstraße zu nutzen, um die Straßenoberfläche dem Platz anzugleichen. Laut damaliger Auskunft des Verkehrsmanagements könnte man nach dem Aufreißen der Lutherstraße die Westseite des Platzes ohne Stufen wiederherstellen. Als Zeitperspektive wurden die nächsten 10 Jahre genannt.

In der Bezirksbeiratssitzung im Mai 2012 gab es dann eine überraschende Wendung: Es wurde von dem Vorhaben der Stadtwerke berichtet, die Fernwärmeleitung doch schon in diesem Jahr in der Lutherstraße weiterzuführen. Vom Verkehrsmanagement kam die Auskunft, dass nun die Zeit nicht mehr reichen würde, um die erwünschten Veränderungen der Straßenoberfläche zu planen.

Stattdessen wurden im September 2012 dem Arbeitskreis Marktplatz Überlegungen vorgestellt, den Marktplatz als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen sowie eine Veränderung der Parksituation vorzunehmen. Diese Pläne sollen laut Einladung zur Bürgerversammlung am 29.11.2012 vorgestellt werden. Da in diesen Überlegungen die bisherige Straßenraumgestaltung erhalten bleiben soll, war die Zustimmung im Arbeitskreis eher gering.

Wir begrüßen sehr, dass die Bürgerinnen und Bürger, die Gewerbetreibenden und andere Interessierte die Möglichkeit der Teilhabe besitzen. Allerdings greifen in unseren Augen die Vorschläge der Stadtverwaltung zu kurz. Deshalb sollte auch das „Shared Space“-Konzept in die Versammlung einbezogen werden. So können die Neuenheimerinnen und Neuenheimer am 29.11. über eine echte Alternative diskutieren, die die Lebensqualität in unserem Stadtteil noch erheblich steigern könnte.

Im Hinblick auf die Bürgerversammlung sind zwei Fragen interessant:
Können die Stadtwerke die geplanten Maßnahmen in der Lutherstraße nicht zeitlich ein wenig verschieben, um den Ämtern die Möglichkeit der Planung einzuräumen, dies natürlich nach Maßgabe der Eindrücke der Bürgerversammlung vom 29.11.2012?
Gibt es keine Erfahrungen mit ähnlichen Planungen bei den Ämtern, auf die zurückgegriffen werden könnte? Könnte der Prozess damit vielleicht verkürzt werden?

Wir möchten Sie dringend bitten, zu überprüfen, ob die Maßnahmen der SWH nicht doch mit den Planungen des Verkehrsmanagements koordiniert werden können.

Heidelberg erhält im Zuge der IBA-Planungen eine breite internationale und nationale Aufmerksamkeit. Mit einem realisierten „Shared Space“ Raum am Marktplatz Neuenheim könnte nun in einem umgrenzten und definierten Umfeld eine wirkliche Zukunftsvision für Mobilität und Stadtgestaltung, für ein Miteinander und eine Achtsamkeit im Stadtteil geschaffen werden, die als Leuchtturm ausstrahlen und breite Beachtung finden könnte. Gehen wir es gemeinsam an!

Mit freundlichen Grüßen

Muriel Schatz, Frauke Isenberg, Wolfgang Mohl, Dr. Sandra Grande

Marktplatzinitiative Neuenheim 15.11.2012

Info: http://de.wikipedia.org/wiki/Shared_Space


Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss: Vorgelegte Varianten für eine Straßenbahntrasse in der Friedrich-Ebert-Anlage einstimmig abgelehnt

In der letzten Sitzung wurden die vorgelegten Varianten für eine Straßenbahntrasse in der Friedrich-Ebert-Anlage von allen Fraktionen abgelehnt. Alle Varianten führten nach Meinung der Mitglieder des Ausschusses zu nicht akzeptablen Eingriffen in die städtebauliche Situation und zum einem Verlust von vielen Bäumen. Variante 1a führt die Straßenbahn auf der nördlichen Friedrich-Ebert-Anlage über einen eigenen Gleiskörper in beide Richtungen, der Autoverkehr bleibt auf den bisherigen Straßen, bei der Variante 1 b teilt sich der Autoverkehr die nördliche Trasse teilweise mit der Straßenbahn. Bei der Variante 2 wird der Pkw-Durchgangsverkehr in Ost-West-Richtung auf die südliche Straße verlegt und durch den Gaisberg-Tunnel geführt, nur der Verkehr in und aus der Altstadt verbleibt auf der nördlichen Ebert-Anlage.

Zu heftigen Kontroversen führte die Einschätzung der Maßnahme auf die Auswirkungen auf die Verkehrströme. Grüne/generation.hd, SPD, GAL und Bunte Linke/Die Linke gehen von einer Steigerung der Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs und einer Verringerung des Autoverkehrs in der Innen- und Altstadt aus. CDU, FDP und Die Heidelberger beschworen erhebliche Staus im Autoverkehr und eine Verlagerung auf den Neckarstaden. Beide Lager hatten Argumente für sich. Die ersten Prüfungen im Rahmen der sog. Standartisierten Bewertung ( Voraussetzung für Zuschüsse des Bundes) hat offenbar eine deutliche Verlagerung des Verkehrs auf den öffentlichen Nahverkehr erbracht. Andererseits ergab die verkehrstechnische Untersuchung, die eine solche Verlagerung nicht berücksichtigt, dass die Friedrich-Ebert-Anlage in Hauptverkehrszeiten kurzzeitig an die Grenze ihrer Belastbarkeit kommen könnte. Für die Gegner der Straßenbahn in der Ebert-Anlage war klar, dass keine Straßenbahn machbar ist. Die Befürworter halten sie für einen zentralen Bestandteil eines erweiterten Straßenbahnnetzes („Mobilitätsnetz“). Zwischen den Fronten befand sich Stadtrat Wassili Lepanto der Wählergemeinschaft „Heidelberg pflegen und erhalten“ mit seinem Vorschlag, in der Hauptstraße eine historisierende Straßenbahn zu bauen. Die bürgerlichen Parteien hatten ihn dabei unterstützt, einen Tagesordnungspunkt im Gemeinderat zu erreichen, inhaltlich setzte sich aber kein anderer Stadtrat für diese Lösung ein. Die Vorlage des Oberbürgermeisters hierzu führt aus, dass eine solche Bahn nicht Bestandteil des Mobilitätsnetzes sein könne, da sie keine genügende Beförderungskapazität aufweise und wegen der Fußgängerströme in der Hauptstraße nur langsam verkehren könne.

In der Abstimmung wurde die endgültige Beratung der Vorlagen in den Gemeinderat verlegt. Für die neu zu erstellenden Varianten hatte der Ausschuss bereits in seiner letzten Sitzung auf Antrag der Mitte-Links-Gruppierungen Grundsätze beschlossen. Sie sollen zusammen mit der Prognose der zu erwartenden Verkehrsströme bei einem Bau der Trasse im Juli vorgelegt werden sollen.

awl 29.4.2012

Beschluss des Ausschusses:

1. Die Vorlagen 0058/2012/IV ( Straßenbahnführung Friedrich-Ebert-Anlage, Varianten *) ) und 0075/2012/IV ( Straßenbahnführung Friedrich-Ebert-Anlage, Information zu den Arbeitsaufträgen *)  ) werden abschließend im Gemeinderat am 16.05.2012 behandelt und abgestimmt.
2. Die bisher von der Verwaltung vorgelegten Varianten zur Trasse Friedrich-Ebert-Anlage 1a, 1b und 2 sind ausreichend - sie werden nicht weiter bearbeitet.
3. Der vorgelegte Zeitplan der Bürgerbeteiligung ist entsprechend anzupassen.
4. Die vorliegenden Beschlüsse zur Straßenbahnführung Friedrich-Ebert-Anlage / Bürgerbeteiligung werden dahingehend ergänzt, dass die Bürgerinnen und Bürger nach der Vorstellung der verschiedenen Varianten befragt werden, ob eine Straßenbahn von ihnen generell befürwortet oder abgelehnt wird.


*) Kursiv: eingefügt vom Verfasser
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Interview mit dem Leiter des Verkehrsmanagements der Stadt Heidelberg, Alexander Thewalt, und dem Technischen Geschäftsführer der RNV, Martin in der Beek – RNZ 28./29.4.2012


Kino- und Kulturstandort Theaterplatz retten!

Die Initiative Lebenswerte Altstadt (ILA) und die Mitarbeitergesellschaft der Kinos Harmonie/Lux laden gemeinsam zu einer Veranstaltung am Donnerstag, 26. April 2012 um 19.45 in das Kinozentrum Harmonie/Lux ein. Es wird über die Situation und die Zukunft des Kino- und Kulturstandortes Theaterplatz und über das Konzept des "Harmoniegartens" informiert und diskutiert.

Nur noch bis Ende dieses Jahres sollen die Kinos Harmonie/Lux am Theaterplatz bestehen bleiben. Das ist der mutigen unternehmerischen Entscheidung von 6 MitarbeiterInnen dieser Kinos zu verdanken, die seit Februar die Kinos in Selbstverwaltung auf eigenes Risiko betreiben. Sie wollen nicht nur ihre Arbeitsplätze und die von 10 weiteren MitarbeiterInnen, sondern auch den traditionellen Kinostandort in der Heidelberger Hauptstraße retten. Mindestens 200.000 BesucherInnen pro Jahr sind notwendig, um die Wirtschaftlichkeit des Mitarbeiterunternehmens kurz- und mittelfristig zu sichern. Die Besucherzahlen sind aber nach der Wiedereröffnung der Kinos noch nicht ausreichend für eine tragfähige wirtschaftliche Basis. Die noch zur Verfügung stehende Restlaufzeit der Mietverträge ist zu kurz, um die Anfangsverluste der Mitarbeitergesellschaft aufzufangen: Bereits im Dezember 2012 läuft der Mietvertrag aus. Dies war natürlich von Anfang an klar, als sich die Stadt Heidelberg für die Interimslösung mit Kinobetrieb einsetzte. Harmonie und Lux gehören aber auch in Zukunft in die Altstadt, denn sie tragen wesentlich zur Vielfalt der Heidelberger Kulturlandschaft bei: Kinos schaffen ein erschwingliches Freizeitangebot, beispielsweise für Familien, Schüler, Studenten und Rentner. Kinos tun dem Einzelhandel und der Gastronomie gut. Kinos sind ein unverzichtbares Element einer qualitätsvollen Altstadtentwicklung.

Neben dem Theater sollen auch die Kinos künftig als kulturelles Angebot am Theaterplatz erhalten bleiben. Mit dem nach dem historischen Vorbild des „Harmoniegartens umgestalteten Theaterplatz könnte eine Kultur- und Ruheinsel in der Mitte der Altstadt neu geschaffen werden, die der Gesamtentwicklung der Heidelberger Altstadt besser tun würde, als ein geplantes Textilkaufhaus am Standort der jetzigen Kinos, meint die Initiative Lebenswerte Altstadt.

rez 20.4.2012


Mittelalterliche Klosterbibliothek Lorsch wird virtuell wieder zusammengeführt
Wissenschaftsministerinnen von Hessen und Baden-Württemberg stellen einmaliges Projekt vor

Der einzigartige, aus dem Mittelalter stammende Bestand der ehemaligen Klosterbibliothek Lorsch, der heute über 68 Bibliotheken weltweit verstreut ist, wird in einer virtuellen Bibliothek wieder zusammengeführt. In Kooperation mit der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen arbeitet die Universitätsbibliothek Heidelberg seit März 2010 daran, die 330 erhaltenen Lorscher Handschriften und Handschriftenfragmente für den Online-Zugriff verfügbar zu machen. Das Projekt „Bibliotheca Laureshamensis – digital“ läuft bis Ende 2013 und wird mit rund 450.000 Euro aus Mitteln des Landes Hessen gefördert. Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, und ihre baden-württembergische Amtskollegin Theresia Bauer haben das einmalige Vorhaben am 23. März 2012 in Heidelberg der Öffentlichkeit vorgestellt.


Gregorius Turonensis, Lorsch, um 800 (Foto: UB Heidelberg)

„Durch die virtuelle Rekonstruktion des ehemaligen Bestandes des zum UNESCO-Welterbe erhobenen Klosters Lorsch besteht zum ersten Mal die Möglichkeit, die intellektuellen Grundlagen des Klosters und darüber hinaus das Weltbild der Karolingerzeit tiefgreifend zu erforschen“, sagte Ministerin Kühne-Hörmann bei der Projektvorstellung. „Für dieses herausragende Vorhaben, das für das Land Hessen von großer Bedeutung ist, haben sich hessische und baden-württembergische Experten zu einer beispielgebenden länderübergreifenden Kooperation zusammengefunden, was nicht zuletzt die historische Bedeutung und Lage der Klosterbibliothek Lorsch zwischen Pfalzgrafschaft und Bistum Mainz widerspiegelt.“

Nach den Worten von Ministerin Kühne-Hörmann ist das Projekt ein weiterer wesentlicher Baustein in dem Bemühen des Landes Hessen, die einstige Bedeutung von Kloster Lorsch wieder besser erkennbar werden zu lassen. „Dazu gehört neben der virtuellen auch eine reale Rekonstruktion.“ Im Rahmen des Investitionsprogramms „Nationale Welterbestätten“ werden nach Angaben der Ministerin gegenwärtig 12,1 Millionen Euro in die behutsame Rückführung des Klostergeländes zu seiner ursprünglichen Topographie, die Vermittlung des klösterlichen Lebens, Denkens und der Klostergeschichte und die Kenntlichmachung der einstigen Bebauung beim Kloster investiert. Von dieser Summe finanzieren der Bund 4,8 Millionen Euro, das Land Hessen 4,6 Millionen Euro, und die Stadt Lorsch beteiligt sich mit 2,7 Millionen Euro.

Das Projekt „Bibliotheca Laureshamensis – digital“ umfasst die Digitalisierung der Codices. Darüber hinaus werden in einer projekteigenen Datenbank alle Handschriften durch ausführliche wissenschaftliche Beschreibungen zu ihrer Entstehungs- und Besitzgeschichte, zu ihrem Aussehen und zur Schrift sowie zum Inhalt erschlossen. Dies erlaubt erstmals einen umfangreichen und systematischen Zugriff auf das Lorscher Handschriftenerbe, der völlig neue Möglichkeiten für die Forschung eröffnet. „Noch nie zuvor wurde im Rahmen eines Digitalisierungsprojekts zur virtuellen Rekonstruktion einer mittelalterlichen Bibliothek ein so weit verstreuter Handschriftenbestand zusammengeführt. In seiner internationalen Ausrichtung ist dieses Projekt eine Pionierleistung auf dem Feld der Handschriftendigitalisierung“, sagte Ministerin Bauer und verwies dabei auf die Expertise der Universitätsbibliothek Heidelberg und die umfangreichen Digitalisierungsaktivitäten in Baden-Württemberg, die vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst unterstützt werden.

Das zwischen Rhein und Odenwald gelegene Kloster Lorsch wurde im Jahr 764 gegründet. Mit seinem Skriptorium und seiner umfangreichen Bibliothek war Lorsch in der Karolingerzeit ein außergewöhnliches Wissenszentrum. „Lorsch war eines der Zentren, in dem über alle Brüche hinweg das Erbe der Antike durch Abschriften, Kommentare, Weiterbearbeitungen gesichert und zunehmend auch verwandelt wurde. Hier wurde ein ungeheurer Wissenstransfer für die karolingische und mittelalterliche Kultur geleistet“, so Karl Weber, Direktor der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen. Noch für die Humanisten im 16. Jahrhundert war Lorsch so interessant, dass die Sammlung zum Kern der Bibliothek des pfälzischen Kurfürsten Ottheinrich, der Bibliotheca Palatina in Heidelberg, wurde und viel zu deren Ruhm beigetragen hat.

Bei dem mittelalterlichen Bibliotheksbestand handelt es sich vorwiegend um Pergamenthandschriften aus dem 8. und 9. Jahrhundert, der Blütezeit des Lorscher Skriptoriums. Darunter befinden sich herausragende Werke, wie beispielsweise das „Lorscher Evangeliar“, das wohl bekannteste und kostbarste Werk der einstigen Klosterbibliothek, der „Livius“ aus dem 5. Jahrhundert, der zu den ältesten Büchern des Bestandes zählte, oder der „Lorscher Rotulus“, eine Heiligenlitanei für Ludwig den Deutschen. „Ein besonderer Erfolg dieses Projektes stellt die vollständige Digitalisierung der Lorscher Handschriften aus der Sammlung der Biblioteca Apostolica Vaticana dar“, erläuterte Dr. Veit Probst, Direktor der Universitätsbibliothek Heidelberg. 133 Handschriften der ehemaligen Klosterbibliothek werden heute in Rom aufbewahrt. Im Rahmen des Projektes erhielt die Heidelberger Universitätsbibliothek die Erlaubnis, die Digitalisierung der Lorscher Handschriften in der Biblioteca Apostolica Vaticana in Eigenregie vor Ort durchzuführen.

Inzwischen sind mehr als die Hälfte der insgesamt 330 Handschriften bereits online zu sehen, darunter Codices aus namhaften Bibliotheken wie der Bayerischen Staatsbibliothek München, der Österreichischen Nationalbibliothek Wien und der Zentralbibliothek Zürich. Essentiell für dieses Projekt sind auch die alten karolingischen Bibliothekskataloge des Klosters Lorsch, ohne die eine Rekonstruktion des ehemaligen Bestandes der Klosterbibliothek nicht möglich gewesen wäre. Informationen zum Projekt „Bibliotheca Laureshamensis – digital“ können im Internet unter der Adresse www.bibliotheca-laureshamensis-digital.de… abgerufen werden.

Pressemitteilung Universität HD 25.3.2012


Falken hissen Segel auf dem holländischen IJsselmeer

Für Jugendfreizeit in den Pfingstferien sind noch Plätze frei!

Anfang der Pfingstferien lädt der Unterbezirk Heidelberg der Jugendorganisation SJD – Die Falken zu einer sechstägigen Segelfreizeit auf dem holländischen IJsselmeer ein. Vom 27. Mai bis 1. Juni 2012 haben junge Menschen zwischen 12 und 15 Jahren die Gelegenheit an Bord des Zweimasters „Emmalis“ echte Seebärenerfahrungen zu machen.

Segel setzen, steuern, Kiel holen – unter Anleitung professioneller Skipper ist man selbst ein Teil der Crew. In der Gruppe wird gemeinsam entschieden, welcher Kurs aufgenommen, welche Hafenstadt erkundet oder in welcher Bucht gebadet werden soll. Und dazwischen bleibt genug Zeit, um an Deck in der Sonne zu chillen, zu spielen und neue Freundschaften zu schließen.

Die Freizeit findet mit Übernachtung auf einem Segelschiff auf dem Ijsselmeer in den Niederlanden statt. Der geringe Teilnahmebeitrag von
200 € umfasst Vollverpflegung, pädagogische Betreuung sowie die Anreise mit dem Bus ab Heidelberg. Für Familien mit geringen Einkommen werden zusätzlich Ermäßigungen gewährt. Interessierte können sich an Yvo Bermann wenden. (Tel. 0176-99044059; E-Mail: bfd@sjd-falkenbw.de)

Über die SJD – Die Falken:
Die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Kindern und Jugendlichen, der sich seit über 100
Jahren für ihre Interessen einsetzt . Mit den Falken können Kinder und Jugendliche Mitbestimmung und Selbstorganisation erleben, auf Freizeiten und Zeltlager fahren, politisch aktiv werden oder sich ehrenamtlich in der Gruppenarbeit engagieren. Die Falken sind als Gründungsmitglied der Jugendringe in allen Bundesländern aktiv und Träger von Jugendzentren, Bildungs- und Freizeithäusern sowie Zeltplätzen.

Kontakt:
Für weitere Rückfragen wenden Sie sich bitte an
*Yvo Bermann*
/Bufdi der Sozialistischen Jugend Deutschlands - Die Falken/

Mobil: 0176/990 440 59
Mail: bfd@sjd-falkenbw.de


Piraten kommentieren Leitlinien zur Bürgerbeteiligung und fordern Ergebnisoffenheit

Die Ereignisse um das Großprojekt Stuttgart 21 haben im Herbst 2010 bundesweit für Aufsehen gesorgt. Dass auch in Heidelberg der Wunsch nach mehr politischer Mitbestimmung groß ist, zeigte neben vielen in den letzten Jahren entstandenen Bürgerinitiativen auch der Bürgerentscheid zur Stadthallenerweiterung. Diese Entwicklung hat auch die Stadt Heidelberg erkannt und sich zum Ziel gesetzt, mehr Bürgerbeteiligung zu ermöglichen. Dazu wurde ein Arbeitskreis mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit ins Leben gerufen, der in den letzten 12 Monaten Leitlinien für eine systematische Bürgerbeteiligung in Heidelberg erarbeitet hat.

Die Piraten begrüßen diesen wichtigen und notwendigen Schritt, die Bürger an der Entscheidungsfindung zu kommunalen Vorhaben zu beteiligen. Seitdem der AK seine Arbeit aufgenommen hat, haben die Piraten versucht, den Prozess konstruktiv zu begleiten.
»Leider ist der Arbeitskreis weder auf unseren Vorschlag für eine Informationsfreiheitssatzung eingangen noch auf weitere Hinweise auf Mängel in den Ausarbeitungen«, berichtet Xenija Wagner, die die Sitzungen des Arbeitskreises für die Piraten begleitet hat.

In den Leitlininien geht es darum, dass alle Betroffenen beteiligt werden sollen – gleichzeitig aber schließen die Leitlinien in ihrer jetzigen Form alle unter 18-Jährigen und die Einwohner Heidelbergs ohne deutschen Pass aus. Die Ergebnisoffenheit des Verfahrens wird zwar immer wieder von der Verwaltung betont und als wichtig bezeichnet, jedoch wird weder in den Leitlinien noch in den Verwaltungsvorschriften schriftlich festgelegt, inwiefern das Ergebnis eines Beteiligungsprozesses den Stop eines Vorhabens einschließen kann.
Tobias Betzin, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands Rhein-Neckar/Heidelberg, bemängelt: »Nicht für jeden Konflikt kann ein Konsens zwischen Bürgern, Investoren und Stadtverwaltung gefunden werden. Davon gehen diese Leitlinien aus und damit an der demokratischen Realität vorbei.«

Die Piraten betonen, dass ohne die Bereitstellung von umfassenden Informationen zu den bereits laufenden und geplanten Projekten eine konstruktive Beteiligung der Bürger am kommunalen Geschehen nicht möglich ist. Der Zugang zur angedachten Vorhabenliste und weiteren Informationen sollte deshalb möglichst barrierefrei und niederschwellig – auch online – ermöglicht werden.

Die Heidelberger Piraten haben ihre ausführlichen Verbesserungsvorschläge für die Leitlinien unter http://presse.piratenpartei.de/sites/all/modules/civicrm/extern/url.php?u=633&qid=74592 zusammengestellt.

»Wir hoffen, dass die Sitzung am 15. März von vielen Interessierten besucht wird und viele von ihnen eigene Vorschläge in die dreimonatige Diskussionsphase einbringen«, kommentiert Hannes Koderisch, Vorsitzender des Kreisverbands, das weitere Vorgehen. »Wir werden das Thema weiterhin kritisch und konstruktiv begleiten und hoffen, dass der Gemeinderat unseren Vorschlägen offen begegnet und diese in die Leitlinien integriert.«

Piraten 13.3.2012


Netzwerk Heidelberger Bürgerinitiativen unterstützt Kino in Selbstverwaltung

Für vorerst 11 Monate sind die Harmonie-Lux Kinos in der Heidelberger Hauptstraße gesichert. Das ist der mutigen unternehmerischen Entscheidung von 6 MitarbeiterInnen dieser Kinos zu verdanken. Sie wollen nicht nur ihre Arbeitsplätze und die von 10 weiteren MitarbeiterInnen, sondern auch den traditionellen Kinostandort in der Heidelberger Hauptstraße retten. Mindestens 200.000 BesucherInnen pro Jahr sind nun notwendig, um die Wirtschaftlichkeit des Mitarbeiterunternehmens kurz- und mittelfristig zu sichern.

Das Netzwerk Heidelberger Bürgerinitiativen bringt beiden Motiven – den unternehmerischen wie kulturellen – uneingeschränkten Respekt, vor allem aber rückhaltlose Unterstützung entgegen.

Der dauerhafte Erhalt von Harmonie und Lux muss schnell auf die kommunalpolitische Agenda gesetzt werden. Denn die Kinos schaffen nicht nur ein erschwingliches Freizeitangebot beispielsweise für Familien, Schüler, Studenten und Rentner – auch der Heidelberger Einzelhandel und die Gastronomie dürften ein Interesse an einer Mindestqualität der Freizeit- und Kulturangebote der Altstadt haben. Die Wiedereröffnung des Theaters im September 2012 ist dazu ein kultureller Baustein. Das Kino wäre ein zweiter wichtiger Baustein, in direkter Nachbarschaft des Theaters. Wenn dann noch der Theaterplatz als historischer Harmoniegarten wieder entstehen würde, hätte man im Herzen der Altstadt einen Anziehungspunkt für Einwohner und Besucher.

Die Zeit drängt, 11 Monate gehen schnell vorbei. Alle, die den Ausverkauf der Altstadt als Arena allein für den Kommerz verhindern und die Mitarbeitergesellschaft aktiv unterstützen wollen, sollten ab sofort häufiger die Kinos Harmonie und Lux besuchen, um der Bedeutung dieses Kinostandorts Nachdruck zu verleihen.

BINetz 17.2.2012


Gemeinderat lehnt Videoübertragungen aus Gemeinderatssitzungen ab

Mit einer Stimme Mehrheit lehnte der Gemeinderat einen direkten Zugriff der Bürger auf Video-Dateien von Gemeinderatssitzungen ab. Mit den Stimmen von CDU, der Mehrheit der SPD und drei von vier Mitgliedern der FDP entschied das Gremium, keine Aufnahme von öffentlichen Sitzung über das Internet zugänglich zu machen. Die Grünen/generation.hd, die Heidelberger, die Bunte Linke/Die Linke und die FWV stimmten für die Vorlage des Oberbürgermeisters, die auf eine Initiative der generation.hd zurückgeht.

Derek Cofie-Nunoo (generation.hd) und Kathrin Rabus (Grüne) argumentierten, der Gemeinderat müsse sich den neuen Medien öffnen. Dies sei ein Gebot der Zeit. Die Übertragung führe zu mehr Transparenz, die Bürger würden besser und ungefiltert über die Entscheidungen des Gemeinderates informiert.
Karin Werner-Jensen (SPD) führte für ihre Fraktion aus, eine solche Übertragung führe zu längeren Reden und einer härteren Auseinandersetzung und sei die Kosten nicht wert. In eine ähnliche Kerbe schlug der Fraktionsvorsitzende der CDU, Jan Gradel. Eine solche Übertragung führe zu Fensterreden und tue der Arbeit des Gemeinderates nicht gut.
Wolfgang Lachenauer (Die Heidelberger) setzte sich für die Videoübertragung ein. Kommunalpolitiker hätten heute eine Bringschuld in bezug auf ihre Entscheidungen. Eine solche Maßnahme erschließe einem größeren Kreis den Zugang zur Tätigkeit des Gemeinderates, mache dessen Arbeit besser verständlich. Vor allem aber könne man das Argument leichter widerlegen, Entscheidungen fielen hinter verschlossenen Türen. Auch Annette Trabold (FDP) und Nils Weber (FWV) folgten, dieser Argumentation. Eine Tonbandaufnahme sei zu langweilig, so Weber, mit einer Videoübertragung könne man für mehr Interesse bei den Bürgern sorgen.
Für Arnulf Weiler-Lorentz (Bunte Linke/Die Linke) rechtfertigt die hohe Nutzung solcher Angebote durch die Bürgerin anderen Städten die vergleichsweise geringen Kosten. Rechtliche Hinderungsgründe, die zum Teil ins Feld geführt werden, sehe er nicht. Den Persönlichkeitsrechten des einzelnen Stadtrates stehe die Pflicht zur Information durch die politischen Vertreter, aber auch die Presse- und Rundfunkfreiheit gegenüber. Falls der Gemeinderat keine Video-Übertragung beschließe, solle wenigstens der Vorschlag aufgegriffen werden, den er bereits vor Jahren gemacht habe. Den Bürgern solle dann ein Zugang zu den Audiodateien gestattet werden, die für die Erstellung des Gemeinderatsprotokolls ohnehin hergestellt werden. Auf Antrag der SPD-Fraktion folgte der Gemeinderat dieser Anregung mit breiter Mehrheit.

awl 11.2.2012

Vorlage des Oberbürgermeisters - Kosten - Erfahrungen anderer Städte


Lux/Harmonie-Kino feiert Wiedereröffnung mit Konzert

Mit einem Gratiskonzert der Band "Bourbon Seas" feierte Belegschaft des Kinos die Wiedereröffnung des Lux/ Harmonie-Kinos. Die Belegschaft hat den Weiterbetrieb in eigener Regie übernommen, um so nicht nur das Kino sondern auch ihre Arbeitsplätze zu erhalten. "Wir wollen endlich einfach wieder Kino machen", fasst Geschäftsführer Karlheinz Beltz das Anliegen der Mitarbeiter nach sechswöchiger Pause zusammen. Man merkt dem neuen Geschäftsführer an, dass er sich noch nicht ganz wohl fühlt in seiner Rolle. Inge Maurer-Klesel, die neue Disponentin und Betreiberin der Programmkinos Kamera und Gloria/Gloriett meinte: "Die Wiedereföffnung war ein ziemlicher Kraftakt, aber jetzt ist es geschafft." Bisher ist der Weiterbetrieb keine dauerhafte Lösung. Der Pachtvertrag mit dem Besitzer der Immobilie ist auf zwölf Monate beschränkt. Aber man spürt eine Mischung aus Erwartung und Aufbruchsstimmung unter den neuen Betreibern des Kinos. Als die Band im großen Saal loslegt, haben sich macht sich unter den Besuchern dann Partystimmung breit. Bleibt zu hoffen, dass die Heidelberger auch weiterhin ihr Lux/ Harmonie besuchen und so die neuen Betreiber unterstützen.

ss 10.2.2012


Arbeitskreis Bürgerbeteiligung überreicht OB Leitlinien

Prof. Helmut Klages übereichte OB Würzner im Rathaus Leitlinie für Bürgerbeteiligung. Ein Arbeitskreis aus Vertretern von Bürgerorganisationen, des Gemeinderates und der Stadtverwaltung hatte diese Grundsätze innerhalb des letzten Jahres erarbeitet. „Die Leitlinien sollen zu mehr Transparenz bei städtischen Entscheidungen führen, dazu dass Bürger mit ihren Anliegen und ihrer Kritik Gehör finden“, so Klages. So werden in Zukunft 1 000 Unterschriften von Bürgern Bürgerbeteiligung bei einem städtischen Projekt auch dann auf den Weg bringen, wenn Gemeinderat und Oberbürgermeister dies ursprünglich nicht vorsehen. Jetzt gehe es darum, so Klages, dass die Bürger das Angebot nutzen. Die Leitlinien müssten gelebt werden, in der Praxis erprobt und – wo nötig – angepasst werden.

OB Würzner erklärte, er habe dem Gemeinderat vorgeschlagen, diesen neuen Weg zu gehen. Die Bürger der Zivilgesellschaft beriefen sich heute stärker auf das Recht, sich auch außerhalb von Parteien in die Politik einzubringen. Für einen solchen Prozess sind Strukturen erforderlich, die den Bürgern, aber auch dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung Handlungsanweisungen und Verlässlichkeit geben, so der OB.

Die Leitlinien werden zunächst im Gemeinderat beraten. Dann stehen sie in einer “Offenlage“ zur Diskussion. Alle Bürger haben drei Monate die Möglichkeit Kritik und Änderungsvorschläge einzubringen. Auch die Bezirksbeiräte, Stadtteilvereine und andere Organisationen sind aufgefordert, sich zu beteiligen. Danach wird der Gemeinderat in einer weiteren Beratungsfolge über die Leitlinien beschließen.

Die Mitglieder des Arbeitskreises äußerten sich zufrieden mit dem Verlauf und Ergebnis der Beratungen. Sportkreisvorsitzender Gerhard Schäfer etwa lobte „die Offenheit der Stadtverwaltung und die positive Streitkultur im Arbeitskreis“. Stadtrat Nils Weber meinte, schon das Verfahren im Gremium habe sei dem Prozess der angestrebten Bürgerbeteiligung nahegekommen.

awl 8.2.2012

Leitlinien für mitgestaltende Bürgerbeteiligung - Satzungsentwurf - Verwaltungsvorschrift - Pressemitteilung des Oberbürgermeisters

Der Arbeitskreis Bürgerbeteiligung

Im Januar 2011 beschloss der Heidelberger Gemeinderat, einen Arbeitskreis Bürgerbeteiligung ins Leben zu rufen, um Leitlinien für eine systematische Bürgerbeteiligung zu erarbeiten. Der Arbeitskreis setzte sich aus fünf Vertretern der Bürgerschaft sowie je vier Vertreterinnen und Vertretern der Politik und der Verwaltung zusammen. Geleitet wurde der Arbeitskreis von Prof. Dr. Helmut Klages von der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften (Speyer) und Privatdozentin Dr. Angelika Vetter (Universität Stuttgart), die auch die baden-württembergische Landesregierung in Sachen Bürgerbeteiligung beraten. Die Moderation übernahm Frank Ulmer vom Stuttgarter Kommunikationsbüro Ulmer.

Die weiteren Mitglieder des Arbeitskreises waren im Einzelnen als Vertreter der Bürgerschaft:
•  Albertus L. Bujard (Bürger für Heidelberg)
•  Dr. Michael Hug (Kirchen)
•  Dr. Steffen Sigmund (Bürgerstiftung Heidelberg)
•  Gerhard Schäfer (Heidelberger Sportvereine)
•  Ernst Schwemmer (Heidelberger Stadtteilvereine)

Vertreter/innen des Gemeinderats:
•  Martin Ehrbar (entsandt von der CDU)
•  Gabriele Faust-Exarchos (entsandt von SPD, GAL, HD P+E)
•  Nils Weber (entsandt von FDP, HDer, FWV)
•  Dr. Arnulf Weiler-Lorentz (entsandt von Grüne, gen.hd, BL)

Vertreter/innen der Verwaltung:
•  Roland Haag (Leiter des Personal- und Organisationsamts)
•  Joachim Hahn (Leiter des Amts für Stadtentwicklung und Statistik)
•  Nicole Huber (Leiterin des Referats des Oberbürgermeisters)
•  Frank Zimmermann (Koordinierungsstelle Bürgerbeteiligung im Amt für Stadtentwicklung und Statistik)

pa hd 7.2.2012


Heidelberg hat wieder ein Mainstream-Kino – Beschäftigte übernehmen Betrieb

Am 9.Februar öffnet das Harmonie/Lux in der Altstadt wieder. Ein Teil der Belegschaft hat es übernommen, das Kino weiter zu betreiben. „Die Aussichten für einen erfolgreichen Betrieb sind nicht schlecht,“ betonte der Geschäftsführer der Mitarbeitergesellschaft, Karl-Heinz Belz. Die Besucherzahlen hätten über Jahre hinaus positive Ergebnisse des Kinobetriebes ermöglicht.

Ein schwieriges Stück Arbeit sei es gewesen, die jetzt Einigung zu erreichen, darin sind sich alle Beteiligten einig. Schließlich sind gleich mehrere Akteure beteiligt, die bisherige Betreiberin Cinestar, der Insolvenzverwalter der Ufa-Kinos, der Eigentümer der Immobilie, Inge Maurer-Klesel, Betreiberin zweier Heidelberger Programmkinos und neue Disponentin und die Beschäftigten. Von den 20 Mitarbeitern haben sich sechs an der Gründung der neuen Gesellschaft beteiligt, indem sie ihre Abfindung aus dem Sozialplan einbrachten. Übernommen werden sollen alle Mitarbeiter. Der Eigentümer der Immobilie, die Hubertus Wald Stiftung, hat die Einrichtung zu einem symbolischen Preis vom Insolvenzverwalter übernommen und die Kinos mit dem Inventar vermietet. Oberbürgermeister Würzner und der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, Ulrich Jonas, haben durch Verhandlungen und ein Liquiditätsdarlehen der Stadt für die Betreibergesellschaft maßgeblich mit für eine erfolgreiche Lösung gesorgt.

Es handelt sich dabei aber um eine Übergangslösung. Möglicherweise besteht das Kino nur bis zum Bau eines neuen Mainstream-Kinos an anderer Stelle. Bisher wurden die Pachtverträge auf 12 bis 18 Monate begrenzt. Der Oberbürgermeister strebt für den Komplex langfristig ein Geschäft für Oberbekleidung an. Altstadtbürger vermuten, dass die Kinos lediglich als Platzhalter dafür herhalten sollen. Eine solche Nutzung ist aber nur durch eine erheblichen Flächenerweiterung möglich, etwa mit einem Neubau auf der Freifläche neben dem denkmalgeschützten Wormser Hof. Hiergegen wurde bereits Protest angekündigt.

awl/wg 31.1.2012


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