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STELLUNGNAHMEN 2007 - Januar-Juni |
INITIATIVE: LEBENSWERTE ALTSTADT (ILA) -
WARUM BRAUCHEN WIR DAS ESSIGHAUS?
Ein historischer Komplex in der vorderen Heidelberger Altstadt soll verkauft werden. Wo das über 200 Jahre alte Gasthaus „Essighaus“ und die Buchhandlung „Himmelheber“ stehen, sollen bald Eigentumswohnungen gebaut werden, für den alten Bestand wird dann kein Platz mehr sein. Auch der begrünte Innenhof mit den historischen Schuppen und Lagerräumen aus Holz (einzigartig in Deutschland) wird dann Neubau-Wohnungen weichen müssen.
Wir sind eine breite Initiative von Heidelberger Bürgern und wollen das seit über 200 Jahren bestehende Ensemble in der Plöck 97 /Theaterstrasse 16 erhalten. Wir wünschen uns, dass die Stadt Heidelberg ihr Vorkaufsrecht für diesen Gebäudekomplex wahrnimmt und die bisherige Nutzung beibehalten werden kann. Der Gemeinderat soll beschließen, dass zur spezifischen Erhaltung des Ensembles ein Bebauungsplan erarbeitet wird. Bis dahin soll eine Veränderungssperre für das Gebiet verhängt werden.
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Warum brauchen wir das Essighaus:
Heidelbergs Altstadt hat viele Geschäfte und Gaststätten, aber das Essighaus ist einmalig. Nicht nur, weil es schon 200 Jahre besteht und die Schnitzel gut und preiswert sind. Das Essighaus ist mehr als eine Gaststätte, in der man günstig essen kann. Es ist ein gewachsener Teil der Heidelberger Kulturlandschaft. Es bietet seit vielen Jahren Raum für die verschiedensten Gruppen, ist eine Art „kulturelles Wohnzimmer“ für die Bürger. Jeden Tag treffen sich in der Gastwirtschaft und den verschiedenen Nebenräumen Vereine und Organisationen: z.B. fast alle im Gemeinderat vertretenen Parteien, Musikgruppen und Chöre, der Mieterverein, der Kunstverein, das juristische Repetitorium, der HTV (Heidelberger Turnverein), der Faschingsverein der Kurpfälzer Trabanten, Studenten und Lehrkräfte „Deutsch für Ausländer“, die Pepperdine Universitiy-Gruppe, der Ferienkurs und viele mehr. Das Heidelberger Bauamt, die Feuerwehr und der Wirtschaftskontrolldienst veranstalten im Essighaus ihre Weihnachtsfeiern, Es treffen sich Eltern, Studenten, Senioren, Freunde, Anwohner.
Kurz: das Essighaus hat die Rolle eines Bürgerhauses übernommen, das in der Altstadt fehlt. Sein Bestand ist von öffentlichem Interesse.
Das Essighaus mit seinem schönen Biergarten ist für Heidelberg zu einer Institution geworden, die die Lebendigkeit und die Außenwirkung der Heidelberger Altstadt wesentlich mitbestimmt. Es ist schützenswert und deshalb wollen wir es erhalten.
ILA (ew) 19.6.2007 - Kontakt |
Mäzen für offenes Zentrum für Kunst und Kultur im Alten Hallenbad
 „Ein offenes Zentrum für Kunst und Kultur soll das Alte Hallenbad werden“, erläuterte der Heidelberger Architekt Nils Herbstried sein Konzept auf einer Veranstaltung der Bunten Linken. Herbstried habe sich bei der Stadt um das Anwesen beworben, nachdem es zum Verkauf ausgeschrieben wurde und er habe den von den Gutachtern angesetzten Preis geboten. Ursprünglich hatte er zusammen mit Bernhard Fauser, dem Leiter des Unterwegstheaters, vorgesehen, das Alte Hallenbad als ein „open source ART project” mit Kunst in verschiedenen Sparten und einer teilweise kommerziellen Nutzung als bürgerschaftliches Projekt zu betreiben. Der vom Gemeinderat vorgegebene knappe Zeitrahmen bis zum Verkauf habe es aber nicht erlaubt, die nötige finanzielle Unterstützung von einzelnen Bürgern und interessierten Gruppen einzuwerben.
Kürzlich habe sich jedoch ein Investor gefunden, der das Alte Hallenbad primär als kulturelles Projekt und nicht vorrangig aus kommerziellem Interesse betreiben wolle. Er veranschlage etwa 4 Millionen Euro für die notwendige Renovierung. Dabei solle an der Struktur der Räume nichts verändert, sondern lediglich die Haustechnik erneuert werden; im Keller seien weitere Substanz erhaltende Sanierungen nötig. Ursprüngliche Details wie Kabinen, Schränke und Plastiken sollen wieder eingebaut werden.
„Das Unterwegstheater wird für das Herrenbad und das Damenbad einen langfristigen Mietvertrag erhalten und die Leitung der kulturellen Nutzung übernehmen“, so Bernhard Fauser, auf dessen Entwurf das Konzept zurückgeht. Diese Räume mit der hervorragenden Akustik würden für eigene Produktionen genutzt, aber auch anderen Künstlergruppen und Veranstaltern zur Verfügung stehen. Wie sich mit wenigen Mitteln viel erreichen lässt, habe er mit dem Unterwegstheater in den letzten 20 Jahren schon gezeigt, so Fauser. Für das Unterwegstheater gäbe es ohne Spielstätte im nächsten Jahr keine Landesförderung mehr, was praktisch das Aus bedeuten würde. Die weiteren Flächen sollen mit Gastronomie oder anderer Nutzung zur Finanzierung beitragen. Dabei solle das Alte Hallenbad aber eine „offene Einrichtung“ bleiben.
Die anwesenden Stadträte Irmtraud Spinnler, Thomas Krzcal (beide SPD) und Dr. Arnulf Weiler-Lorentz (Bunte Linke) kritisierten den Zeitdruck, den der Gemeinderat mit der kurzen Ausschreibungszeit verursacht habe. Nach Jahrzehnten Leerstand hätte man ohne Not auch weiteren Interessenten einige Monate Zeit geben können, um sich mit dem Objekt vertraut zu machen und ein Konzept zu entwickeln. Diese 6-Wochen-Frist sei nur eine Schamfrist, nachdem der freihändige Verkauf an eine Immobilienfirma mit guten Kontakten zur Verwaltungsspitze auf Widerspruch im Gemeinderat gestoßen sei, so BL-Stadtrat Weiler-Lorentz.
Das von Herbstried und Fauser vorgestellte Konzept wurde inhaltlich von den Anwesenden mit großer Mehrheit begrüßt. Inwieweit eine marginale Mitbeteiligung auch bei dem jetzigen Konzept noch möglich sei, werde sich erst zeigen, wenn der noch ungenannte Mäzen in den nächsten Tagen mit den konkreten Einzelheiten an die Öffentlichkeit gehen wird. Bedauert wurde aber, dass ein bürgerschaftliches Projekt nicht zustande gekommen ist und vor allem, dass die Stadt es nicht für Wert hält, solch ein architektonisches Kleinod in öffentlicher Hand zu bewahren.
Bunte Linke 14.6.2007 |
Bunte Linke: GGH soll ältere Siedlungen sozial sanieren
Besonderes Gewicht müsse bei Sanierungsmaßnahmen der städtischen Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz (GGH) darauf gelegt werden, Wohnungen zu sichern für Mieter aus sozialschwächeren Gruppen, meinte Harald Stierle bei einer Sitzung der Bunten Linken, die sich mit Sanierungmaßnahmen der GGH an ihren älteren Siedlungen beschäftigte. Dabei müssten die Mietpreissteigerungen so begrenzt werden, dass es den angestammten Mietern möglich sei, in ihren Wohnungen zu bleiben.
Anlass für die Veranstaltung war die Auseinandersetzung um den von der GGH geplanten Abriß der „Blauen Heimat“ in Handschuhsheim und eine Begehung der SPD-Fraktion in einer der GGH-Siedlungen in Wieblingen, die in den 20-iger Jahren gebaut wurde. „Diese Siedlungen weisen oft sozial sehr gut integrierte Nachbarschaften auf und sind in gewachsene städtebauliche Strukturen eingebettet.“, führte Bernd Zieger aus. Sie wiesen allerdings deutliche Mängel sowohl in bezug auf den energietechnischen Standard wie auch bei den sanitären Einrichtungen auf, so Roswitha Claus.
Die Objektsanierung müsse Vorrang vor flächenhaften Sanierungsmaßnahmen haben, um einen Verbleib der Bewohner in ihrer Wohnung bzw. im unmittelbaren Wohnumfeld zu gewährleisten. Die baulichen Veränderungen sollten zudem zusammen mit den Bewohnern durchgeführt werden. Diese müssten nicht nur informiert, sondern auch zur Mitgestaltung und Mitentscheidung aufgefordert werden.
Bunte Linke-Stadtrat Arnulf Weiler-Lorentz wertete vor allem die Stellungnahme der SPD-Fraktion positiv, die Stadt solle die GGH nicht weiterhin zum Kauf von renovierungsbedürftigen städtischen Immoblilien drängen, um dadurch den städtischen Haushalt zu entlasten. Der Stadtrat hat die Initiative für einen Tagesordnungspunkt zu diesem Thema im Gemeinderat ergriffen und hierzu auch einen Antrag eingebracht, der Grundsätze für Sanierungsmaßnahmen der GGH an ihren älteren Siedlungen festschreiben soll.
Bunte Linke 22.2.2007 |
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